Gefährliche Unfälle bei älteren Damen

Letztens bekam ich einen seltsamen Telefonanruf. Am anderen Ende der Leitung war erst nichts außer einem verzweifelten Schluchzen zu hören, dann weinerlich, eindringlich: “Du musst mir helfen!!!!”

An der Stimme erkannte ich Hilde, eine 76jährige Bekannte. Gerade vor Kurzem hatte sie einen kleinen Unfall erlitten. Aus heiterem Himmel war sie hintenüber gefallen und hatte sich eine böse Platzwunde am Kopf zugezogen, die sofort genäht werden musste.

Logisch, dass ich bei diesem Telefonanruf erstmal einen Schreck bekam und eine Weile brauchte, bis ich den künstlich- dramatisierenden Tonfall in ihrem Schluchzen bemerkte. Hildes Unfall bestand darin, dass die Formatleiste in Ihrem Schreibprogramm ganz-ganz schlimm verrutscht war. Dadurch war es ihr völlig unmöglich weiter zu arbeiten. Schlimm, denn sie schreibt gerade an einem Gedichtband, der kurz vor der Veröffentlichung steht.

Nun sage ich mir: Eigentlich ist es doch diskriminierend, bei Unfällen älterer Menschen sofort an Blut und Platzwunden zu denken, statt an Gedichtbände und Formatleisten wie bei anderen Menschen auch. Oder??

One Response to “Gefährliche Unfälle bei älteren Damen”

  1. Ja, klarer Fall von Ageism. Aber die Anzahl Leute bei deren Anruf ich an Gedichtbände denke, ist doch eher niedrig. Andererseits: Wenn mein Opa (95) mich anruft und Hilfe sucht weiß ich schon immer, dass ich was im Internet für sein Buch raussuchen soll.

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